Tempolimit (FSK)

Wieder einmal mehr ist der Reitstall Beck Mittelpunkt einer Sensation geworden. Aufgrund der aufwendigen Recherchen können Sie erst jetzt erfahren, was bereits im Jahr 2000 hinter den Kulissen geschehen ist - und durch alle weltweit einflussreichen Nachrichtendienste bisher der breiten Öffentlichkeit unterschlagen wurde.

Hinter der Reithalle, auf dem befahrbaren Weg zwischen Reithalle und Reitplatz, hat es offenbar ein unscheinbarer Mittelklasse-PKW geschafft, auf einer Strecke von ca. 50 Metern bis zur Überschallgeschwindigkeit zu beschleunigen. Zeugen versichern, noch in der Reithalle den Knall, der ausschließlich beim Durchbrechen der Schallmauer entsteht, unverkennbar wahrgenommen zu haben. Für gewöhnlich gut informierte Personenkreise haben sogar bisher unbestätigte Vermutungen zur Identität des Fahrers.

Die amerikanische Raum- und Luftfahrtbehörde NASA hat inoffiziellen Berichten zufolge das Fahrzeug in der Zwischenzeit in ihren Besitz gebracht, um eine Rekonstruktion der Ereignisse zu versuchen. Bisher sind alle Versuche erfolglos geblieben.

Ein internationaler Geheimdienst hat seine europäischen Beobachtungssatelliten seit vergangenem Jahr neu ausgerichtet, um dieses aufgrund der hohen Wand der Reithalle aus Satellitenperspektive bisher nur bedingt einsehbare Teilstück besser beobachten zu können. Offenbar versprechen sich hochrangige Persönlichkeiten von den Ergebnissen einen Nutzen für Weiterentwicklungen im Bereich der Waffentechnologie.

Angeblich entsandte der Bundesnachrichtendienst einige seiner hochqualifizierten Mitarbeiter aus Pullach, die im Rahmen einer Undercover-Aktion versuchten, weitere Erkenntnisse zu erlangen. 

Abbildung: Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes (getarnt als Hobbyreiter) erkunden die räumlichen Gegebenheiten. Selbst die beiden hier sichtbaren Pferde sollen angeblich über eine Nahkampfausbildung verfügen.

Wir möchten hier nicht näher auf das ursächliche Ereignis eingehen, sondern vielmehr unsere Lehren aus den Erfahrungen an diesem Tag ziehen. Dazu zunächst ein wenig Theorie über Pferd und Reiter:

Es hat sich an diesem Tag wieder einmal gezeigt, daß Pferde im Grundsatz ihrer Natur Fluchttiere sind. Dies läßt sich zwar durch den einen oder anderen begabten Reiter bis zu einem gewissen Grad kompensieren, aber selbst unbestrittene Talente waren mit der vorstehend beschriebenen Situation offenbar stark in Anspruch genommen.

Nimmt ein Pferd also das Geräusch eines außen an der Reithalle vorbeifahrenden Fahrzeugs wahr, so wird es nicht nur irritiert schauen (wie der Laie vermuten würde), sondern direkt das Weite suchen. Hier ist der Reiter gefordert, denn er muß der Natur das Pferdes weitgehend freien Lauf lassen. Der Kern der Herausforderung für den Reiter besteht darin, daß Pferd so schnell davonrennen zu lassen, als müsse es die Last des Reiters gar nicht tragen.

Dazu existiert in der Praxis ein Vielzahl verschiedener Strategien. Besonders beliebt ist die Variante, in welcher der Reiter durch geschickte Gewichtsverlagerung mit seinem Eigengewicht nur noch eine der beiden vorderen Schultern des Pferdes belastet - während er gleichzeitig das Pferd dazu bringt, die hinteren Beine in einer rythmischen Auf- und Ab-Bewegung ziemlich exakt einen Meter über dem Boden zu balancieren. Wichtig ist dabei, daß das Pferd mit seinem Reiter dabei deutlich schneller bleibt als der vorbeifahrende PKW, sonst ist der Fluchteffekt nicht gegeben und der Geisteshaushalt des Pferdes könnte ernsthaften Schaden davontragen. Leider ist von einer Nachahmung für weniger versierte Reiter dringend abzuraten, da die Erfahrung zeigt, daß das Pferd in der Endphase der Flucht wirklich nicht mehr das Gewicht des Reiters tragen muß.

Um Pferd und Reiter in Zukunft nicht mehr so sehr zu beanspruchen, fordere ich in diesem Zusammenhang ein Tempolimit für das Befahren des beschriebenen Weges im Rahmen einer freiwilligen Selbstkontrolle. Vor Fahrtantritt sind in der Reithalle anwesende Pferde und Reiter genau zu begutachten und ein Profil über Geschwindigkeitspotentiale zu erstellen. Befragen Sie ruhig die anwesenden Personen und holen Sie sicherheitshalber auch deren Meinungen ein. Die auf diese Art ermittelte zulässige Höchstgeschwindigkeit von Pferd und Reiter muß bei dem Passieren des Weges mit dem PKW um mindestens 10% unterschritten werden. So ist dem Umstand Rechenschaft getragen, daß das Pferd erfolgreich seinem Fluchtinstinkt nachkommen kann, ohne letztendlich doch noch durch das Geräusch eingeholt oder gar überholt zu werden.

Es ist bei der Berechnung zu bedenken, daß unerfahrene Reiter auf der Hallendiagonalen eher bessere Höchstgeschwindigkeiten erreichen als das bei professionellen Bereitern der Fall sein mag. Wieder aus für gewöhnlich gut informierten Kreisen verlauteten Berichte von Geschwindigkeiten im Bereich von 90 km/h, die unter gewöhnlichen Voraussetzungen selbst auf der Pferderennbahn nicht erzielt werden.

Ich möchte schon im Vorfeld allen Fahrzeugführern für die Unterstützung bei der Umsetzung dieses Vorschlags danken.

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